Clever und Smart – GPS-Handheld und Smartphones am Berg

Nicht mehr nur für die Freaks. Der kleine GPS-Handheld mit Kartendarstellung und das navigationsfähige Smartphone machen am Berg keine schlechte Figur.

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Vor gut zehn Jahren fanden die ersten GPS-Handhelds langsam den Weg in die Deckeltaschen unserer Rucksäcke, noch vor drei, vier Jahren war man mit einem GPS-fähigen Telefon ein totaler Orientierungsfreak. Mittlerweile muss aber auch der hartgesottenste Technikgegner ein klares Statement abgeben – Orientierung und Navigation mit GPS-Handheld und Smartphone funktioniert am Berg. Sogar sehr gut.

Karten2
Anwenderorientierte Geräte verfügen über die Möglichkeit der Kartendarstellung. Welche Karten kompatibel und verfügbar sind, sollte man vor dem Kauf eines GPS-Handhelds abklären. Über diverse Zusatzprogramme (Apps) kann man mittlerweile die gängigsten Topo-Karten auch am Smartphone verwenden.

Satelliten
GPS-Navigation baut auf die Verfügbarkeit von Satellitensignalen auf, dies ist beim Handheld und auch bei einem Smartphone der Fall. Daher gilt: Die Sicht zum Himmel sollte möglichst frei sein, ansonsten wird die Standortbestimmung ungenau oder verhindert.

Wegpunkte
Der Wegpunkt beschreibt durch eine Koordinatenangabe (Rechts- und Hochwert) einen Punkt im
Gelände. Mittlerweile setzt sich hierbei das sogenannte UTM-Gitter bei den Kartenanbietern durch.
Orientierungsrelevante Punkte (Hütten, Abzweigungen, sichere Sammelpunkte etc.) bereitet man in der Tourenplanung vor. Dies kann man auf der Papierkarte mittels Planzeiger oder vielleicht sogar am eigenen Computer durchführen. Wer noch analog plant, der beachtet zuerst, in welchem UTM-Zonengitter er sich befindet. Diese Informationen findet man bei den Kartenrandangaben (z.B. T32), dann nimmt man die vorgesehenen Rasterfelder des Planzeigers zu Hilfe und liest je nach Kartenmaßstab zuerst den Rechtswert und dann den Hochwert ab. Diese Punkte müssen nun (etwas mühsam) ins Gerät eingetippt werden. Um die Übersicht zu behalten, ist es keine üble Idee die, Punktbezeichnungen mit Bleistift in die Papierkarte einzutragen. Viel einfacher geht es, wenn man die entsprechenden digitalen Kartenwerke auf einem Computer besitzt. Wegpunkte und Routen lassen sich hier per Mausklick bestimmen und auf das Gerät übertragen. Wenn man längere Touren plant, kann man durch die Aneinanderreihung von mehreren Wegpunkten (Luftlinie) eine Route festlegen.

Unterwegs3
Ist man unterwegs und hat keine vorbereiteten Punkte oder Routen am Gerät, dann empfiehlt es sich, markante Punkte, an denen man sich gerade befindet, abzuspeichern oder bei einer komplexen Linienwahl (z.B. spalten-
reicher Gletscher) eine Track-
aufzeichnung zu starten. Über geräteeigene Funktionen kann man
so jeden gespeicherten Punkt direkt ansteuern oder einen Track zurück-
verfolgen. Natürlich wird einem die aktuelle Position auch in der Karte angezeigt, man kann also auch in Echtzeit am Display navigieren. Draußen unterwegs sollten sich die Augen aber möglichst mit der umliegenden Natur beschäftigen und nicht auf dem Display verhaftet sein.

Energie
Längere Trackaufzeichnungen (automatisiertes Messintervall) brauchen sehr viel Batterieleistung, große Farbdisplays ebenso. Wer also nicht einen Rucksack voller Batterien mit sich herumschleppen oder Gefahr laufen will, seine Kommunikationsmöglichkeit via Handy zu verlieren, der setzt sein GPS oder Smartphone gewählt ein.

Handy oder GPS?5
Die Smartphonelösungen am Markt sind ohne Zweifel gut und ausgereift. Die Frage nach dem „Warum soll ich mir ein GPS-Handheld kaufen?” ist berechtigt.
Der manchmal günstige Download von Karten-
produkten direkt aus dem Netz ist beim Smartphone sehr verlockend, ebenso der Zugriff auf Tourdaten bei diversen Anbietern. Stichwort „günstig”: Netz-
verfügbarkeit, Speed und entsprechendes Downloadvolumen vorausgesetzt – sonst
schnappt die Kostenfalle zu.

Bedienung1a
Die endgültige Antwort findet man aber sehr schnell im Outdoorhandling. Besonders bei häufiger Benutzung und rauen Wetterlagen spielen die robusteren Handheldgeräte ihre Vorteile aus. Der bei Smartphones verbreitete Touchscreen ist eine sehr edle Bedienungsform, leider gehen Orientierungs-
fragen häufig mit schlechtem Wetter einher. Nässe schadet jedem elektronischen Gerät und bei Kälte verweigern Finger, Display und Akku oft den Dienst. In diesem Fall punkten die meisten handlichen GPS-Empfänger mit ihrer Bedienfähigkeit (Handschuhe?) und der wasserfesten Bauweise. Wer auf Smartphones steht, der sollte sich eine touchscreentaugliche Schutzhülle anschaffen. Wer viel unterwegs ist, der wird auf seinen GPS-Empfänger als Back-up in der Deckeltasche nicht verzichten wollen, für die eine kurze Orientierungsfrage leisten Smartphones mittlerweile gute Dienste. Von unschätzbarem Wert sind sie für uns, wenn in Verbindung mit diversen Notfall-Apps direkt zur (Unfall) Meldung eine koordinative Angabe unseres Standorts mitgeschickt wird.

Conclusio4
Man kann die Argumente nicht wegdiskutieren:
Wer im alpinen Gelände unterwegs ist, braucht Kenntnisse über die klassische Orientierung
mit Karte, Höhenmesser und so weiter.
Ebenso klar ist aber auch, dass ein GPS-Empfänger in schwierigen Situationen (Dunkelheit, schlechte Sicht, schwierige Orientierungssituation, Unfall) von unschätzbarem Wert ist. Bei allen Möglichkeiten der Orientierung bei schlechten Bedingungen, die sich mit neuen technischen Gerätschaften auftun, dennoch ein abschließender Gedanke: Geht nicht, gibt’s schon!

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