SnowHow – Wissen um Lawinen

Ein Tiroler Projekt macht Schule und stellt seine Kompetenz in Sachen „Wissen um Lawinen“ Schulen und der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung.

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Ein Gespräch an einem Innsbrucker Gymnasium war der erste Anstoß für SnowHow. Ein Lehrer wollte für die Schule einen Projekttag zum Thema Lawinenkunde organisieren und kontaktierte dafür den Bergführer Klaus Kranebitter. Grundvoraussetzung: Das Ganze sollte natürlich für seine Schülerinnen und Schüler kostenlos sein. snowhow_1_2_2011_26SnowHow- Wissen um Lawinen Ein Tiroler Projekt macht Schule und stellt seine Kompetenz in Sachen „Wissen um Lawinen“ Schulen und der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung. Im Februar 2006 schließlich fand der erste SnowHow- Projekttag statt – finanziert von der lokalen Wirtschaft und dem Sportamt der Stadt Innsbruck. Etwa 60 Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren nahmen daran teil. Eine Idee war geboren. Bereits ein Jahr später schulte SnowHow 700 Schülerinnen und Schüler aus allen höheren Schulen Innsbrucks. Im Winter 2011/12 findet das Projekt in ganz Tirol und in Teilen Bayerns großen Anklang. Snow- How ist
dabei, sich in ganz Österreich zu etablieren. Die Kurse sind immer
noch kostenlos und werden es auch ganz sicher bleiben.

Schullawinenkurse

Die Bergführer kommen morgens in die Schule, machen 2 – 3 Stunden Theorieunterricht und fahren danach gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern in ein Skigebiet, in dem bis etwa 15.30 Uhr Praxisunterricht erteilt wird www.schullawinenkurse.at.snowhow_reutte_2_2012_24
Im Winter 2011/12 waren es rund 1.200 Schüler,
die die Kurse besuchten. Mittlerweile wurde das Schulangebot erweitert und es werden auch Fortbildungen für Lehrer veranstaltet, Winter-sportwochen begleitet und Downloads für den Unterricht zur Verfügung gestellt. Die Schul-lawinenkurse haben den Schülerinnen und
Schülern nicht nur das Wissen der Bergführer vermittelt, auch die Bergführer selbst mussten ihren Horizont erweitern, um mit der Jugend mithalten zu können. Was in den ersten Jahren noch mit selbst produzierten, handgemachten Plastikkärtchen mit Pendel zur Hangneigungsmessung funktionierte, muss jetzt Personalisierte und ortsspezifische Informationen zu Wetter- und Schneeverhältnissen digitalen Formen weichen. Und weil die Hangneigung als Grundparameter der strategischen Lawinenkunde von SnowHow propagiert wird, um den Einstieg in die handlungsorientierte Lawinenkunde zu erleichtern, wurde umgestellt. Dem SnowHow-Team ist klar geworden, dass ihr „Publikum“ auf seinen Smartphones bessere digitale Werkzeuge im Angebot hat, als die Bergführer analog bieten konnten.

Digitale Werkzeuge und öffentliche LawinenkundeSticker_groß

SnowHow wird ab Dezember 2012 eine Smartphone-App auf den Markt bringen (Apple & Android) und einen erweiterten Internetauftritt anbieten. Die Website www.snowhow.info wird es ermöglichen, Informations-
quellen für den Bergsport zu personalisieren: mehrere Fenster auf der Startseite, die nach persönlichem Wunsch mit regionalen Informationen – wie Lawinenlage und Wetterberichten, Webcams, Wetterradar usw. – befüllt werden können. Diese Informationen sind dann auch für alle anderen User verfügbar. Je mehr User diesen Service nutzen, desto höher wird die Auswahl an verfügbaren Informationen. Besonders wertvoll kann die Verwendung dieser Inhalte im Gelände am Handy werden. Durch das Abrufen der aktuellen Wetter- und Schneeverhältnisse ka die Tourenplanung an die geänderten Verhältnisse angepasst werden. Die kostenlose SnowHow-App wird einen standort-bezogenen, offline verfügbaren Service bieten, der zwei grundlegende Parameter der strategischen Lawinenkunde – Hangneigung und aktuelle Lawinenwarnstufe – am Handy verfügbar macht.
Der GPS-Sensor im Smartphone ermöglicht
eine exakte Bestimmung der aktuellen Position,
die auf einer zuvor heruntergeladenen Karte dargestellt wird. Die Hangneigung ist auf dieser Karte farblich hervorgehoben. Die App zeigt zudem die aktuell gültigen regionalen Informationen des Lawinenlageberichts an. Damit kann die vorherrschende Lawinenwarnstufe in Relation zur Hangneigung gebracht werden, was die Entscheidung zum Verzicht unterstützt. Die aufgezeichneten Positionen (der Track) der Tour bzw. Freerideabfahrt kann auf den persönlichen Account geladen werden. Nach und nach füllt sich so das Archiv mit Toureninfos. Vorerst wird die Startversion der App nur für Nord- und Südtirol angeboten. Eine Erweiterung ist aber bereits in Arbeit.

Freeride-Camps

SnowHow geht außerhalb der Schulen noch weitere neue Wege. In Freeride-Camps sollen in Zukunft Freeridern und Tourengehern die spannenden Möglichkeiten der Nutzung digitaler Werkzeuge am Berg vermittelt werden. Infos zu allen Projekten und Veranstaltungen unter: www.snowhow.info

Text: Irene Walser Fotos und Abbildungen: SnowHow

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