18 Minuten retten Leben: Notfallausrüstung richtig eingesetzt

LVS, Schaufel und Sonde beim Freeriden oder auf Skitour dabeizuhaben ist eine Sache, der geübte und damit lebensrettende Umgang mit der Notfallausrüstung ein anderer.

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Do’s & Dont‘s

Notfallausrüstung

LAWINENAIRBAG
DONT’S Niemals Fäustlinge tragen, wenn Sie mit Lawinenrucksack unterwegs sind! Der Grund:
Die Chance, damit den Auslösegriff richtig zu packen und den Airbag auszulösen, sinkt immens.
DO’S Vor dem Start in den Tiefschnee, einige Male mit der Hand zum Auslösegriff, damit wird die Bewegung verinnerlicht – in der Stresssituation eines Lawinenabgangs kann dieser Automatismus lebensrettend sein.

LVS-GERÄTE
DONT’S Die Batterien während des Sommers im Gerät lassen. Manchmal laufen die Dinger aus und das
ist der Funktion im nächsten Winter nicht unbedingt zuträglich.
DO’S Vor jedem Ausritt Ladezustand überprüfen!

SCHAUFEL UND SONDE
DO’S Lawinenschaufel und -sonde am besten zu Hause schon mal zusammenbauen bzw. -stecken. Auch hier gilt: Zeit rettet Leben, oder Übung macht den Meister.

ZU BEGINN JEDER WINTERSAISON
DO’S Am besten macht man jedes Jahr einen Auffrischungskurs zum Thema LVS-Suche, so kann man mit dem eigenen Gerät prima üben, oder eine anstehende Neuanschaffung unter fachlicher Anleitung ausgiebig testen.

Statistisch gesehen liegt die Überlebenskurve in den ersten 18 Minuten nach einer Verschüttung auf sehr hohem Niveau. 91 Prozent aller Verschütteten sind in dem genannte Zeitrahmen noch am
Leben. Die anderen neun Prozent sterben in dieser Phase vor allem an tödlichen Verletzungen. Neben der gängigen Notfallausrüstung haben sich in den vergangenen Jahren Lawinenairbags in der Off-Piste-Szene etabliert. Zu Recht. Nachdem das Hauptproblem bei einer Lawinen- verschüttung die Faktoren Verschüttungszeit und -tiefe darstellen, ist die Nutzung eines Lawinen-airbags überlebenswichtig, gesetzt dem Fall, er wird auch rechtzeitig vom Träger aktiviert. Alternativ haben alle Teilnehmer einer Freeride- oder Skitourengruppe einen ABS-Rucksack mit Wireless Activation, dann kann der Airbag, wenn alle Gruppenmitglieder auf Master/Master programmiert sind, auch von außen aktiviert werden.

1. Die abgespeckte Version des Arva Link7_Edelrid_Arva

Das Axis bietet digitalen und analogen Suchmodus, eine exakte Anzeige bei Mehrfachverschüttung, zuverlässiges Ausblenden/Markieren und einen Standyby-Modus. Suchende können den Sendeimpuls des eigenen Geräts unterdrücken, sodass mit LVS suchende Retter ungestört sind. Bei einer Verschüttung der Retter durch Nachlawine reaktiviert das Axis (wie auch das Link), gesteuert von einem Bewegungssensor, selbstständig den Sendeimpuls. Digitales 3-Antennen-Gerät. Preis: 290,– Euro, de.arva-equipment.com

2. Digitale 3-Antennen-Version von BCA2_BCA_Tracker2

Das Tracker2 punktet mit schneller Echtzeit-Signalübertragung am Display, einfachem Umschalten von Sende- auf Suchmodus sowie einer neuen Mehrfach-Verschüttungsanzeige mit Indikator für Nah- und Fernbereich. Dank der SP-Funktion kann der Retter 2 bis 3 Signale direkt verfolgen und sich einen Überblick über die Verschüttungssituation verschaffen – hierfür benötigt man aber jede Menge Übung! Preis: 279,95 Euro, www.backcountryaccess.com

3. Eine einfachere Version des Pulse

Beim Element Barryvox verzichtete man auf den Analogmodus sowie auf Möglichkeiten zur Konfiguration durch den Benutzer selbst und die Anzeige der Vitaldaten von Verschütteten. Das digitale 3-Antennen-System garantiert eine präzise und schnelle Ortung, ohne den Suchenden durch zu viel Information zu stören. Preis: 290,– Euro, www.mammut.ch

4. Die Mutter aller digitalen 3-Antennen-Geräte

Das DSP ist das weltweit erste patentierte digitale 3-Antennen-Gerät (2003) mit integrierter Mark- und Scan-Funktion für einfache Bedienung bei der Kameradenrettung. Das DSP leuchtet das Suchfeld in alle Richtungen gleichmäßig aus. Es zeigt eine Mehrfachverschüttung zuverlässig an und über die Scan-Funktion können Entfernung und Anzahl der Verschütteten genau festgestellt werden. Preis: 350,– Euro, www.pieps.com

14_Ortovox_Zoom01_high5. Der preisgünstige Zuwachs in der Ortovox-Familie

Das Zoom+ ist mit der Smart-Antenna-Technologie ausgestattet. Diese analysiert die Lage in der Lawine und schaltet automatisch auf die beste Sendeantenne um. Entfernungsangabe, Richtungspfeile und der Hinweis auf mehrere Verschüttete führen zügig in den Feinortungs-
bereich. Ein digitales 3-Antennen-Gerät. Preis: 199,– Euro, www.ortovox.com

6. ABS, das Original

Als einziger Lawinenairbag-Hersteller verfügt ABS über einen 170-
Liter-Doppelairbag mit pneumatischer Auslösung. Das gesamte System ist sehr gut verarbeitet und hat sich über all die Jahre bewährt. Der Boden der Packsäcke lässt sich zwischen die beiden Ballone drücken, dadurch hat man ein wenig mehr Volumen. An die Vario Base Unit kann man 15, 18, 25 und 40 Liter Packsäcke anzippen. Hier abgebildet der Vario 25. Preis: 799,– Euro inkl. Carbon-Kartusche wiederbefüllbar (2.400 g), 679,– Euro inkl. Stahl-Kartusche wiederbefüllbar (2.600 g), Carbon-Kartusche 280 g, Stahl-Kartusche 515 g, www.abs-airbag.de

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7. Float in zwei Volumenvarianten

Der Float 22 ist ein minimalistisches Modell für alle, die gern abseits unterwegs sind. Fest eingebaut, das 150-Liter-Monoairbag-System, welches sich wie beim R.A.S. von Snowpulse hinter dem Kopf öffnet. Die wiederbefüllbare Kartusche wird mechanisch über den auf der rechten Seite sitzenden Auslösegriff angestochen. Der Wechsel der Kartusche ist aufwendiger als bei allen andere Lawinenairbags, dafür ist die Float-Flotte doch um einiges günstiger zu haben. Gewicht ohne Kartusche 1.905 g, mit Kartusche 2.495 g Preis: Float 22: 499,95 Euro (ohne Kartusche), Float 32: 549,95 Euro (ohne Kartusche) Alu-Kartusche wiederbefüllbar 135,– Euro (653 g inkl. Druckluftmesser), www.backcountryaccess.com

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8. Mammut meets Snowpulse*

Die 22 l- und 30 l-Modelle des Ride Airbag R.A.S. integrieren das vom Schweizer Unternehmen Snowpulse entwickelte Lawinenairbagsystem R.A.S. (Removable Airbag System). Die Kartusche des 150-Liter-Monoairbag-Systems wird über eine mechanisch ausgelöste Hohlnadel angestochen und innerhalb von 3 Sekunden der Airbag aufgeblasen, so bleibt der Kopf an der Oberfläche. Das R.A.S.-System kann aus dem Rucksack entfernt werden, damit ist dieser auch für andere Zwecke verwendbar. Gewicht 30 l-Variante mit Airbag System und ohne Kartusche: 2.400 g Preis Airbag: 580,– Euro (ohne Kartusche), Alu-Kartusche wiederbefüllbar (670 g) 185,– Euro, Stahl-Kartusche nicht nachfüllbar (500 g) 100,– Euro www.mammut.ch

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9. R.A.S. by Snowpulse*

Der Guide 30 ist mit vielen neuen technischen Details, wie z.B. ein einziehbares Eispickelträger-Seil, ausgestattet. Der 30-Liter-Rucksack bringt ohne Kartusche 2.600 g auf die Waage. Nach dem Auslösen des Lawinenairbags bleibt der Kopf an der Oberfläche und man liegt auf dem Rücken. Das R.A.S.-System kann aus dem Rucksack genommen und dieser dann auch anderweitige genutzt werden. Preis: 750,– Euro (ohne Kartusche), Alu-Kartusche wiederbefüllbar (670 g) 185,– Euro Stahl-Kartusche nicht nachfüllbar (500 g) 100,– Euro, www.snowpulse.com * Das R.A.S.-System von Snowpulse kommt sowohl bei den Lawinenairbags von Snowpulse selbst als auch bei Mammut zum Einsatz. Beide Hersteller haben mehrere Packsackvarianten mit unterschiedlichen Volumen zur Auswahl.

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10. Carbon Sonde

Die achtteilige Lawinensonde Lightening Carbon 320 Pro ist, dank des Oversize-Querschnitts, besonders steif und kann mittels Zuggriff schnell fixiert werden. Die einzelnen Elemente rasten automatisch ein, das Nachspannen erfolgt mit einem Stellring. Preis: 79,95 Euro, www.salewa.de

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11. Alu T6 – kältegehärtet

Das voluminöse, kältegehärtete Alu-Schaufelblatt der Razor D garantiert problemloses Eindringen in hart gepressten Lawinenschnee. Der ergonomische Progrip Teleskop-Schaft mit Sanded-Print-Griffzone und ausreichend großem D-Griff ermöglichen eine perfekte Kraftumsetzung. Gesamtgewicht: 720 Gramm Preis: 69,95 Euro, www.salewa.de

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