LVS und die Sache mit der Suche – Mountains4U Round Table

Ideen entstehen und werden wieder verworfen. Einige bleiben und werden dann step by step umgesetzt. Unser Round Table ist eine davon.

gesamte Runde mit Susa Schreiner

 

Idee 1 war es, zwei konkurrierende LVS-Gerätehersteller an einen Tisch zu bringen. Das war einfacher als gedacht, denn allen Vermutungen zum Trotz ist zwischenzeitlich ein Umdenken im Gange und die Option, gemeinsam Besseres zu schaffen, wird gern angenommen. Mit an unserem ersten Round Table saßen Klaus Kranebitter, Bergführer, Fotograf und Gründer von SnowHow, Michael Sieber, im Vertrieb Süddeutschland von Ortovox, Stephan Skrobar Skilehrer, Skiführer und im Fischer FreerideTeam für Pieps, meine Wenigkeit und aus dem Testteam Susa Schreiner.

Nahe LVSGeräte

 

Thema: LVS Geräte, der Preis, ihre Bedienbarkeit und die Akzeptanz bei all denjenigen, die einfach mal abseits der Piste fahren wollen oder in das BackCountry-Thema einsteigen.

LVS-Geräte und der Coolness-Faktor. Hier gibt es keinerlei Problem, seit langer Zeit sind die Geräte samt Schaufel und Sonde, Lawinenairbag, Helm und Protektor in der einschlägigen Szene State of the Art. Anders sieht es da bei all denjenigen aus, die einfach mal abseits fahren wollen. Manch einer driftet ins Out- back eines Skigebiets – ohne die erforderliche Notfallausrüstung dabei zu haben und vor allem ohne das erforderliche Wissen. Hier setzt dann u.a. das Projekt von Klaus Kranebitter an, der mit SnowHow Aufklärung, auch beim Nachwuchs, schafft.

„Die Nutzung von  LVS-Geräten ist ein Bildungsproblem,  kein Coolness- problem.“  Klaus Kranebitter

„Die Nutzung von LVS-Geräten ist ein Bildungsproblem, kein Coolness- problem.“ Klaus Kranebitter

„Der typische Tourengeher ist bildungsresistent: Ein durchschlagendes Argument der Elterngeneration: „Wenn ich auf der Skitour ein LVS brauche, geh ich nicht.“ Klaus Kranebitter

 „Es muss eine 180- Grad-Wende im Handel passieren: zuerst LVS, dann Ski und Klamotten.“     Michael Sieber


„Es muss eine 180- Grad-Wende im Handel passieren: zuerst LVS, dann Ski und Klamotten.“ Michael Sieber

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Das Bewusstsein der Lawinengefahr ist in Österreich deutlich größer als in Deutschland. Bei Skifahrern, die nicht in den Bergen aufwachsen, muss man noch einiges an Aufklärungsarbeit leisten.“ Michael Sieber

„Die Kids aus der Stadt haben in der Regel weniger Gespür für Schnee, ich meine damit, sie kommen mit den Gefahren weniger in Kontakt und sind sich damit nicht bewusst, wie gefährlich es ist, einfach mal abseits zu fahren.“ Petra Thaller

„Das stimmt, unser Schulprojekt SnowHow erfährt in Österreich sehr viel Verständnis und wir bekommen ausreichende Sponsorengelder. In Bayern läuft das Projekt schleppend, es gibt einfach wenig Akzeptanz und damit wenig Geld.“ Klaus Kranebitter

Brauchen wir intuitive preisgünstige LVS-Geräte? Fangen Kids an, „festen“ Boden zu verlassen und begeben sich ins ungesicherte Gelände und sind die Eltern bereit, ihnen ein LVS-Gerät zu kaufen, stockt spätestens bei Preisen um die 400,– Euro den meisten der Atem. Resultat: Sie greifen leider oft auch nach falscher Beratung im Sportfachhandel, dann zu den günstigsten Modellen.

„Wichtig ist die Bedienerfreundlichkeit. Das Gerät muss intuitiv verständlich sein. Bei einem Versuch wurden Schülern im Alter zwischen 13 und 14 Jahren LVS-Geräte von Pieps gegeben. Bewusst ohne Einweisung und Erklärung. Alle Schüler haben innerhalb von zehn Minuten die eingegrabenen Geräte orten können.“ Stefan Skrobar

„Der Besitz des Materials ist cool, nun muss noch der Wandel geschehen, vom alleinigen Besitz ins Lernen damit umzugehen.“  Stephan Skrobar

„Der Besitz des Materials ist cool, nun muss noch der Wandel geschehen, vom alleinigen Besitz ins Lernen damit umzugehen.“ Stephan Skrobar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Die wichtigste Funktion eines LVS muss sein, einen Verschütteten so schnell wie möglich zu finden. Vorsicht bei zu vielen spielerischen Funktionen!“ Michael Sieber

Was kann die Industrie tun? Tatsache ist, der Verkauf eines LVS-Geräts geschieht, wie bereits erwähnt, häufig über den Preis. Nun ist es allerdings so, dass die preisgünstigeren Geräte meist über einen minder-
wertigeren Prozessor verfügen. Die Folge: Das Gerät ist nicht so schnell bei der Ortung, der Ortungspfeil bricht unter Umständen zusammen und das wiederum verursacht Stress beim Suchenden, vor allem bei allen, die keine ausreichende Erfahrung haben. Am besten bucht man gleich beim Kauf eines LVS-Geräts einen Kurs dazu.

„Billiger bedeutet auch, billigere Software, schließt sich die Frage an: Haben junge Menschen weniger An- recht auf gutes Material? Soll ein z.B. 51-Jähriger mehr Überlebenschancen haben als ein 21-Jähriger?“
Stefan Skrobar
„Das Zoom ist ein LVS-Gerät zu einem vernünftigen Preis und damit erschwinglich für die junge Genera- tion. Die Grenze ist bewusst bei 200,– Euro gezogen worden. Auch hier: standardmäßig 3-Antennten mit einem stabil funktionierenden Prozessor.“ Michael Sieber
„Egal, ob das S1 von Ortovox oder das DSP von Pieps – beide Geräte sind im Stressbereich definitiv besser!“, darin sind sich Michael Sieber und Stephan Skrobar einig.

Fazit unseres ersten Round Table: Die einfachen, preis- günstigen LVS-Geräte sind, im Gegensatz zur landläufigen Meinung und der Kommunikation der Hersteller, eher für routinierte und erfahrene User – die hochpreisigen Geräte hingegen sollten in jedem Falle von den Einsteigern – egal welchen Alters – gekauft werden. Die gesamte Industrie und die Medien sind damit aufgefordert, für dieses Thema zu sensibilisieren.

 

 

Text: Ideenschmiede Berg Fotos: Klaus Kranebitter

 

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