Workshop GPS: Von digitalen Pfaden zum Naturerlebnis

GPS boomt! Die Navigation im Gelände ist jedoch, im Vergleich zur Verkehrsnavigation, von ein paar komplexen Grundkenntnissen abhängig, die aber leicht zu erlernen sind.
GPSBild1

Trotzdem schrecken viele noch vor der Verwendung der Geräte zurück, obwohl diese eine große Bereicherung für alle darstellen, die sich in unbekanntem Terrain bewegen. Biker, um im Tritt zu bleiben, Wanderer können statt der Landkarte die Natur studieren. Bei Ski- und Hochtouren zeigen die Geräte oft mögliche Biwaks und Alternativrouten an. Lange Trekkingtouren in unberührtem Gelände lassen sich zum Großteil durchgehend vorbereiten. Selbst ein Stadtrundgang wird komfortabler und auch der ambitionierte Schwammerlsucher findet im nächsten Jahr seine Steinpilzstelle wieder.

Haben Sie sich wiedererkannt? Hier geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Basics.

Tourenplanung und Durchführung – wie funktioniert´s?
Zu Beginn jeder Tour stehen eine Idee und die Planung zu Hause. Sei es ganz klassisch auf Papierlandkarten oder, in unserem Fall, mit Hilfe digitaler Karten am Computer. Diese gibt es von verschiedenen Anbietern und sind meist am Rechner sowie am Gerät gleichermaßen zu nutzen. Durch einfaches Abstecken der Route markieren Sie sich den gewünschten Weg. Dabei erhalten Sie bereits einen genauen Überblick über Länge und Höhenmeter der Tour. Auch Alternativrouten lassen sich bestimmen (z. B. Abkürzungen bei schlechtem Wetter). Sobald Sie Ihre Planung abgeschlossen haben, senden Sie die Daten an Ihr Gerät. Vor Ort angekommen, wählen Sie die gewünschte Route aus und das Gerät beginnt mit der Navigation. Ab jetzt sehen Sie ständig Ihre aktuelle Position in Bezug auf die geplante Strecke. Ein kurzer Blick genügt und Sie können sich sicher sein, den richtigen Pfad eingeschlagen zu haben. Wieder zu Hause, lassen sich die gesammelten Daten detailgenau auswerten und Sie können Ihre Aufzeichnungen für sich speichern oder auch anderen zur Verfügung stellen.

GPSBild2

 

Info OpenStreetMaps (OSM)

OpenStreetMap Karten sind Vektorkarten, die ähnlich wie Wikipedia entstehen. Es handelt sich um ein weltweites Projekt, zu welchem jeder seine Hilfe beisteuern kann. Mit etwas Übung kann man diese Karte bearbeiten und somit Informationen für andere Nutzer eintragen. Auf diesem Weg entsteht eine Karte mit mittlerweile teils sehr vielen Informationen, sodass sie auch dem Outdoorsportler eine gute Alternative zu kostenpflichtigen Karten darstellen kann. Aber es ist immer darauf zu achten, dass es für diese Karten keine Qualitätsgarantie gibt. Man kann sich die Karten unter www.openstreetmap.org ohne Registrierung anschauen. Die Karte wächst enorm schnell und gewinnt in kurzer Zeit eine erhebliche Anzahl an neuen oder aktualisierten Informationen.

Info Rasterkarte vs. Vektorkarte 

Es gibt zwei verschiedene Kartensysteme. Die Rasterkarte ist den meisten bekannt, es ist im Prinzip eine Papierkarte, eingescannt und digitalisiert. Dies hat den Vorteil, dass alle Informationen, die in einer Karte eingezeichnet sind, exakt in digitaler Form dargestellt werden. Der Nachteil daran ist, dass natürlich keinerlei Eigenschaften oder Informationen hinterlegt sind, d. h. der Computer oder das GPS Gerät kann die Karte auch nur als Bild betrachten. Dreht man die Karte dreht sich die Schrift mit, ab einem gewissen Zoom sieht man die einzelnen Pixel wie bei einem Foto. Es ist kein Autorouting möglich. Fazit: Die Rasterkarte ist sehr detailliert was die Topographie betrifft, bietet aber, was allgemeine Informationen betrifft, weniger Inhalt und ist somit für Nutzer, die abseits von Wegen unterwegs sind, die bessere Lösung (Skitouren, Hochtouren usw.). Die Vektorkarte ist im Prinzip eine Datei bestehend aus vielen digitalen Elementen, wie Linien, Flächen und Punkten. Jedes dieser Elemente besitzt eigene Eigenschaften, d. h. der Computer oder das Gerät können diese Eigenschaften lesen. Dadurch ist ein Routing möglich, die Karte wird durchsuchbar und passt sich jedem Zoomlevel an. Verkleinert man die Karte, verschwinden Informationen damit die Übersichtlichkeit erhalten bleibt. Vergrößert man sie, erscheinen die Informationen wieder auf der Anzeige und man kann sie direkt anwählen. Die Tourenplanung ist auf einer Vektorkarte deutlich komfortabler, da die Software selbstständig einen Weg zwischen zwei Punkten finden kann. Fazit: Die Topographie ist bei den Vektorkarten meist etwas schlechter, reicht aber für viele Outdoorsportarten aus. Wer sich hauptsächlich auf Wegen bewegt, sei es zu Fuß oder mit dem Rad, hat mit Hilfe der Vektorkarte eine einfachere Art der Tourenplanung.

Info Route vs. Track

Eine Route ist eine Verbindung zwischen beliebig vielen Punkten. Die Planung mit Hilfe einer Route ergibt grundsätzlich nur auf einer Vektorkarte Sinn, denn nur hier kann die Routingfunktion zum Einsatz kommen und man muss deutlich weniger Zeit in die Tourenplanung investieren. Die Route hat den Vorteil, dass sie beim Verlassen des geplanten Wegs eine Alternativroute berechnen kann. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass es je nach Informationen im Kartenmaterial auch eine schlechtere Alternative als der Originalweg sein kann und man es unter Umständen nicht mitbekommt, weil die Einstellungen auf Automatik gestellt sind. Eine Route kann sich je nach Karte auch anders verhalten. Bei einem Track handelt es sich meistens um die Aufzeichnung einer durchgeführten Tour. Ein Track ist im Prinzip eine Reihe von vielen Punkten, die jegliche Richtungsänderung und Distanz gespeichert haben. Der Vorteil bei solch einer Trackaufzeichnung ist, dass es egal ist, auf welche Karten man sie lädt, sie verändert sich nicht. Selbst wenn man keine Karte hinterlegt hat. Dadurch besteht keinerlei Gefahr, den geplanten Weg zu verlieren – unter der Voraussetzung, dass man kontrolliert, ob man sich noch auf dem geplanten Track befindet. Das Gerät kann mir aber auch keine Alternativen berechnen. Am Anfang neigen die meisten zur Navigation mit Hilfe der Route, weil diese aus der Verkehrsnavigation bekannt erscheint. Mit der Zeit steigen aber viele Nutzer auf den Track um. Das Schöne ist, dass man mittlerweile mit Hilfe von Software Routen ganz einfach in Tracks umwandeln kann. Auch umgekehrt ist das kein Problem und so kann jeder seinen Favoriten finden.

 

 

Text André Tappe und Dominik Schwarz Fotos André Tappe

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.