Paralympics Sotschi 2014

Paralympics 2014: Ergebnisse des Forschungsprojekt Snowstorm am Start

Nach Sotschi 2014 ist vor Sotschi 2014: Ab dem 7. März wetteifern in Russland die paralympischen Athleten um Gold, Silber, Bronze und Bestzeiten. Bei Biathlon und Langlauf ist dann auch ein neuentwickelter Hochleistungs-Skischlitten aus Karlsruhe im Einsatz:

Paralympics Sotschi 2014Bei dem Schlitten, den u.a. Ski-Athlet Martin Fleig im Wettkampf einsetzen wird, handelt es sich um einen komplett neuartigen, biomechanisch und reibungstechnisch optimierter Skischlitten. Erdacht udn entwickelt wurde dieser am MikroTribologie Centrum, einer Kooperation des Karlsruher Instituts für Technologie mit dem Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik. Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Snowstorm“ könnten künftig auch dem Freizeitsport gehbehinderter Menschen zugute kommen.

Mithilfe biomechanischer Bewegungsanalysen wurde für Martin Fleig die Sitzposition ermittelt, in der der Sportler seine Kraft optimal einsetzen kann. Gerade für die Kombinationssportart Biathlon, bei der der Sportler sich in einer komplexen Drehbewegung zum Schießen hinlegt und kraftvoll wieder in die Sitzposition hebt, ist dies besonders wichtig. Der seit seiner Geburt gehbehinderte 24-jährige Leistungssportler kniet in dem aus Metall gefertigten Skischlitten und stößt sich mit den Skistöcken ab.

Die Form des Schlittens wurde mit 3D-Scannern und rechnergestütztem Design entwickelt. Da die beiden fest an den Schlitten montierten Ski keine Skating-Bewegung ermöglichen, sind an ihren Schliff besondere Herausforderungen gestellt. Im Vorfeld der Wettkämpfe haben die „Snowstorm“-Forscher vor Ort in Sotschi eine Vielzahl von Daten zu Schnee, Strecke und Wetter erhoben. Die auf der Auswertung basierenden Modelle tragen dazu bei, das Paralympic Ski-Team Nordisch für den Wettkampf wissenschaftlich fundiert bei Wachsauswahl, Skischliff und -bearbeitung zu unterstützen.

An „Snowstorm“ ist ein Konsortium aus Wissenschaft und Industrie beteiligt. Zu den Projektpartnern gehören neben dem KIT und der Fraunhofer-Gesellschaft unter anderem das Sportinstitut der Universität Freiburg sowie vorwiegend baden-württembergische Messgeräte-Hersteller, Feinmechanik-Unternehmen und Skiwachs-Spezialisten. Das Institut für Meteorologie und Klimaforschung am KIT stellt den Athleten die für das Präparieren ihrer Ski wichtigen Wetterprognosen für Sotschi bis zu 72 Stunden im Voraus und mehrmals täglich aktualisiert zur Verfügung.

Weitere Informationen gibt es auch im Blog des Projekts Snowstorm.

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