Livigno: Zollfreier Powderspaß

Endlich hat es geschneit in Livigno. Sicher, es macht schon auch Spaß, das Carosello 3000-Gebiet auf der westlichen Talseite oder einige Male die östliche Seite mit der schwarzen Giorgio Rocca-Piste herunter zu brettern, bis die Oberschenkel glühen. Aber gegen eine richtig schöne Powderabfahrt kommt das bei Skisport-Freigeistern einfach nicht an. Das ist wie ein Stück Apfelkuchen ohne Sahne. Gut, aber eben nicht richtig gut. Denn Freeriden in Livigno kann bei schönen Verhältnissen richtig gut sein. Zumal es auch das erste und einzige Skigebiet Italiens ist, in dem das Fahren abseits präparierter Pisten offiziell erlaubt ist.
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Freeride Coaching Areale
Neben den 115 Pistenkilometern und zahlreichen, verlockenden Einkaufsmöglichkeiten warten hier im größten Wintersportort der Lombardei auf sechs verschiedenen Bergrücken in einer Höhe zwischen 1.800 und 2.900 Metern unzählige unpräparierte Hänge auf die Freeride-Fans. Der Ort will sich verstärkt als Freeride-Destination etablieren und zeigt durchaus hohe Kompetenz und Verantwortung.

 

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(c) Petra Rapp

Auf drei pistennahen und lawinensicheren Freeride Coaching Arealen sollen sich beispielsweise Freeride-Einsteiger erst einmal ohne Sicherheitsausrüstung ausprobieren können, ob sie es skifahrerisch auch drauf haben, sich ins Gelände zu wagen. Wer sich dann ins Abseits begibt, ist – wie überall – prinzipiell für sich selbst verantwortlich. Sprich, er muss entsprechend dafür ausgerüstet sein und mit der Sicherheitsausrüstung (LVS-Gerät, Sonde, Schaufel und evtl. Airbagrucksack) auch im Notfall umgehen können.

 

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Neue App „My Livigno“ für Freerider
Damit sich die Freerider aber über die jeweiligen Verhältnisse im Abseits bewusst sind, dafür tut der Ort eine Menge. Eine eigene „Freeride-Karte“ visualisiert die Offpiste-Möglichkeiten in Livigno. Große Infotafeln an zentralen Standorten im Skigebiet und Monitore an den Liftstationen, in Hotels oder Sportgeschäften im Ort informieren über die aktuellen Wetter- und Schneelagen. Und mit einer neuen App können Wintersportler sich nun auch während der Abfahrten am Hang aktuell über die Lawinenlage informieren.

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(c) Petra Rapp Office Fabiano in Livignio – Schneewissenschaftler unter sich

 

Unter dem Namen „My Livigno“ steht die App mit den tagesaktuellen Daten zu Wetter- und Sichtverhältnissen, dem Schneefall sowie der Stabilität der Schneedecke auf den Hängen Livignos kostenlos für iPhone und Android zum Download bereit.

 

 

„Den Spaß und das Freiheitsgefühl abseits der Piste mit größtmöglicher Sicherheit zu verbinden – dieses Bestreben führen wir nun mit unserer neuen App noch einen Schritt weiter und ermöglichen es Tiefschneefahrern, noch schneller auf veränderte Bedingungen zu reagieren“, so Livignos Tourismusdirektor Luca Moretti.

Hier geht’s zur App bei iTunes und hier zur App bei Google Play

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(c) Petra Rapp Office Fabiano in Livignio

Eigener Schnee-Wissenschaftler
Ursprung der Daten sind das Lawinenbulletin der italienischen Umweltorganisation ARPA sowie die Berichte des Schweizerischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF. Zudem beschäftigt der Tourismusverband Livigno einen eigenen Wissenschaftler für Schnee und Lawinensicherheit, der tagesaktuelle Daten für den Ort sammelt. Fabiano Monti (www.alpsolut.eu) ist 34 und studierter Umweltwissenschaftler. Er ist selbst leidenschaftlicher Freerider und kennt sich aus mit Schnee und Lawinen.

 

Er arbeitete zuvor in Davos im weltgrößten Lawinenforschungszentrum und war vor kurzem in der Antarktis, wo er für die Nasa und Esa an einem Forschungsprojekt mitgewirkt hat. Zusammen mit seinen beiden Mitarbeitern Roberto und Luca ist er hier in Livigno schon sehr früh am Morgen unterwegs, um das Freerideprojekt weiter voranzutreiben und tagesaktuelle Schneeprofile für das Schneebulletin und die App zu erstellen.

„Längerfristige Vorhersagen kann man hier in Livigno nur schwer machen. Das Wetter ändert sich hier schnell und in diesem Winter ist die Schneelage sowieso überall sehr schwierig und instabil“, sagt er.

Er empfiehlt jedem, jegliche professionelle Unterstützung, die ihm hier geboten wird, auch zu nutzen und nicht unbedacht ins Gelände zu fahren. Freeriden ist unglaublich schön, aber ein Restrisiko bleibt immer. Auch in Livigno, das alles dafür tut, dieses möglichst niedrig zu halten.

Text: Petra Rapp

INFOS:
https://www.livigno.eu/

ANREISE:
Mit dem Auto:
Ganzjährig von Landeck (A) in Richtung Sankt Moritz (CH) bis nach Zernez (CH), anschließend Richtung Pass dal Fuorn durch den Tunnel Munt La Schera bis zur italienischen Grenze nach Livigno. Ganzjährig aus der Schweiz von Zürich über Landquart (CH) in Richtung Klosters, durch den Tunnel Vereina nach Zernez. Richtung Pass dal Fuorn durch den Tunnel Munt La Schera bis zur italienischen Grenze nach Livigno.

Mit dem Flugzeug: Über die Flughäfen Mailand, Bergamo, Brescia, Verona und Bozen sowie Zürich, Innsbruck, Friedrichshafen und München, Weiterfahrt mit dem Auto oder mit dem Zug bis Zernez (aus der Schweiz und Deutschland) und mit dem Bus bis nach Livigno. Direkte Verbindung mit dem Airport Shuttle im Winter nach Mailand Malpensa und Mailand Linate, Bergamo und Innsbruck.

Mit dem Zug: Fahrt bis Zernez (CH) und Weiterfahrt mit Bus oder Taxi ins 30 Kilometer entfernte Livigno.

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