Die Gruppenauslösung hat perfekt funktioniert.

Ausprobiert: Der neue P.RIDE Lawinenairbag von ABS

Markus Wasmeier erklärt die Funktionen

Markus Wasmeier mit dem neuen ABS P.Ride am Spitzing ©Petra Rapp

Einen besseren Tag hätte sich das ABS-Team zur erstmaligen Präsentation seiner neuen Lawinenairbag-Generation P.Ride für den Winter 16/17 im Schnee nicht aussuchen können: Tiefster Powder am ersten März im Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee, wo Markus Wasmeier bereits die ersten Spuren im Telemark hinterlassen hatte, bevor die Testtruppe eintraf. Heimspiel für den Schlierseer, der nach wie vor mit einer Leidenschaft Ski fährt, die mitreißt. Wenn möglich, steht er fast täglich auf den Brettern. Und logisch fährt der Doppelolympiasieger von Lillehammer und frühere Riesenslalomweltmeister nach den vielen Jahren im Rennzirkus jetzt auch lieber im meist weicheren Abseits neben den Pisten. Dass ihm dabei das Thema Sicherheit sehr am Herzen liegt, liegt auch an einer gravierenden Erfahrung in Bormio vor gut 15 Jahren, wo er selbst einen Lawinenabgang nur mit sehr viel Glück und Intuition unverletzt überstanden hat. Seither fährt er deshalb immer mit einem Lawinenrucksack ins freie Gelände und seit gut einem halben Jahr ist er jetzt offiziell Testimonial beim Gräfelfinger Hersteller ABS, von deren Rucksäcken er auch vorher schon überzeugt war.

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Weiße Aussichten am Spitzing beim ABS-Test ©Petra Rapp

Der neue ABS P-Ride lässt sich sehr gut anpassen und sitzt kaum spürbar am Rücken. Bevor Markus Wasmeier aber in technische Details geht, muss auch für uns eine erste Powderabfahrt an so seltenen Wintertagen wie diesem drin sein. Wasmeier erzählt danach, dass 20 Prozent der Airbags bei einem Lawinenabgang nicht ausgelöst werden. „Die meisten haben Stress oder erkennen die Situation nicht richtig und vergessen dann, den Griff rechtzeitig oder überhaupt zu ziehen.“  Peter Aschauer und sein Team will mit dem neuen ABS P.Ride, der die erste serienmäßige Partnerauslösung per Funk möglich macht, dieses Sicherheitsproblem jetzt reduzieren. Mit einem Zug am Auslösegriff kann entweder der eigene Airbag ausgelöst werden, die Airbags einer gesamten Gruppe (bis zu 15 Personen) oder auch nur der TwinBag eines Einzelhangfahrers. Klingt gut und ist sicher auch für einen Freeride-Trip zu zweit oder mit Kindern nicht dumm. Wasmeier demonstriert das Aufklappen des Griffs in die ON-Position. Wir machen es gleichzeitig mit. Alle ABS-Partner, die in einem Umkreis von zehn Metern zusammenstehen, werden automatisch per Funk (via Bluetooth) verbunden und bilden eine Gruppe. „Die Funkverbindung reicht bis zu 300 Meter, der Sichtkontakt muss aber gewährleistet sein“, ergänzt Julia Schmideder, bei ABS für das Marketing verantwortlich. Die Funktionen werden durch unterschiedliche LEDS gut erkennbar am Auslösegriff angezeigt. Der Griff ist höhenverstellbar und kann für Linkshänder übrigens auch am rechten Schultergurt angebracht werden. In der Off- Position wird er einfach im Schultergurt verstaut. Eine Akku-Ladung hält auch bei niedrigen Temperaturen wie heute 30 Skitage mit jeweils acht Stunden Bereitschaft.  Praktisch: Er kann jederzeit einfach und schnell über ein eingebautes USB-Kabel aufgeladen werden.

ABS

©Petra Rapp

Der Test am Hang funktioniert einwandfrei, als einer von uns Markus Wasmeier als Einzelfahrer auslöst und sich seine zwei Airbags während der Fahrt aufblasen. Zwei deshalb, weil das TwinBag-System für doppelte Sicherheit steht. „Wenn ein Airbag während des Lawinenabgangs kaputt geht, bleibt stets noch ein zweiter“, erklärt Wasmeier. Die seitlich angebrachten TwinBags sollen zudem das Lawinenopfer in eine flache Position auf der Lawine bringen und so den Ankereffekt deutlich vermindern. „Sie haben jetzt auch im Vergleich zu den Vorgängermodellen eine um 30 Prozent größere Auflagefläche. So wird die Wahrscheinlichkeit, in der Lawine an der Oberfläche zu bleiben und nicht in die Schneemassen zurückzusinken, weiter erhöht.“

Dann sind wir dran und Markus Wasmeier lässt mit einem kurzen Zug am Griff alle Airbags von uns auslösen, was überraschend leise vor sich geht und gut funktioniert. Das anschließende Wiedereinpacken der Airbags braucht allerdings ein wenig Übung. Aber das will man ja hoffentlich nicht allzu oft machen müssen.

Die Gruppenauslösung hat perfekt funktioniert.

Die Gruppenauslösung hat perfekt funktioniert. ©Petra Rapp

Text und Fotos von Petra Rapp

ABS P-Ride Fakten:

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ABS P.RIDE ZipOn45

Die P.Ride Base Unit sowie die dazugehörigen P.Ride Zip-ons mit 18L, 32L oder 45+5L Packvolumen gibt es jeweils in den Farben Weiß, Blau und Ozeanblau. Die Base Unit ist auch mit allen anderen erhältlichen Vario Zip-ons von ABS kompatibel. Sie wird zusammen mit einem jeweils farblich passenden 18L Zip-on ausgeliefert und ist standardmäßig mit einem ultraleichten Carbon-Zylinder ausgestattet. Die P.Ride Base Unit mit dem 18L Zip-On kostet 999,95 Euro. Der dazugehörige Carbon Inflator kostet 199,95 Euro. Die P.Ride Base Unit mit 18L Zip-on und Carbon Inflator wiegt 3.560g. Eine Wiederbefüllung bzw. der Austausch des Carbon Inflators beim Händler kostet 30,- Euro. Der ABS P.Ride ist ab Herbst 2016 im Fachhandel erhältlich und kann zudem online auf ausgewählten Portalen erworben werden.

www.abs-airbag.com

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www.petra-rapp.blogspot.com

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