Starboard/Andy Klotz

Ausprobiert: Auf Tour mit dem SUP-Board

Carsten Kurmis, Foto Starboard/Andy Klotz

Carsten Kurmis, Foto Starboard/Andy Klotz

Stehpaddeln – im Fachjargon SUP (Stand Up Paddling) genannt, hat sich in den letzten Jahren auch im Voralpenland rasant entwickelt. Nur einfach mal so zur Abwechslung auf dem großen Board ein bisschen rumpaddeln ist nicht: Heute werden mit den Boards heiße Rennen veranstaltet, auf der Welle geritten, auf dem Fluss gesurft, entspannte Yoga Sessions gemacht oder sogar SUP-Polo-Spiele abgehalten. Neuester Outdoor-Wasser-Trend: SUP-Touren. Die müssen ja nicht gleich so exzessiv sein, wie es beispielsweise der Münchner Carsten Kurmis und Arnd Dünzinger aus Garmisch treiben: Die beiden SUP Paddler waren vor kurzem Tag und Nacht am Gardasee auf dem Brett oder packen auch des Öfteren ihre Inflatables (aufblasbare Boards) samt Paddel in den Spezialrucksack, steigen aufs Bike und befahren an einem Tag möglichst viele der heimischen Bergseen. Bike & SUP sozusagen.

Fotocredit: Starboard/Andy Klotz

Fotocredit: Starboard/Andy Klotz

Wir probieren es heute hier am wunderschönen Walchensee erst einmal viel gemäßigter. Gottseidank, denn eigentlich schau ich mir ja das schöne Wasser des Sees viel lieber von oben vom Herzogstand oder einem der anderen umliegenden Berggipfel an. Aber nun gut, mal was anderes. Das Brett ist dann doch noch ziemlich wackelig und ungewohnt, wenn man erst das zweite Mal drauf steht und die Wassertemperatur lädt mit zehn Grad Celsius auch nicht direkt zum Reinfallen ein. In den neuen, wind und wasserdichten, aber atmungsaktiven SUP-Anzügen mit Latexabschlüssen an Händen und Beinen, die es jetzt gibt, fühlt man sich zwar viel wohler als in den fetten, unbeweglichen Neoprenanzügen, aber trocken bleiben ist bei den eher weniger sommerlichen Außentemperaturen dann doch angesagt und sicher angenehmer.

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Florian Brunner, für den Deutschlandvertrieb von Starboard, dem weltweit führenden Hersteller von SUP-Boards verantwortlich, erklärt uns die unterschiedlichen Boards, die vor uns liegen. Die neuen Touring-Boards sollen besonders richtungsstabil, laufruhig und schnell sein. Sie sind mit Stauraum, Gepäckgummis und zum Teil mit FCS Inserts und Scotty Mounts ausgerüstet und deshalb besonders für Touren auf Seen, Flüssen und am Meer geeignet. Marion, die Wirtin vom idyllischen Seehotel Einsiedl, packt die große Kaffeekanne auf ihr Board, die Profis Florian, Carsten und Arnd noch einiges mehr.

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Arnd Dünzinger, Foto Starboard/Andy Klotz

Nicht ganz so gutes Wetter hat auch seine Vorteile: Wo sich sonst jede Menge Surfer, Kitesurfer und andere Wassersportler tummeln, ist heute absolut tote Hose. Schön für uns, denn für allzu abrupte Ausweichmanöver reichen die SUP-Kenntnisse bei den meisten von uns noch nicht und so ist es deshalb mit Sicherheit wesentlich entspannter. Das richtige Paddeln haben jetzt alle intus. Ja, es macht allmählich richtig Spaß, jeder kommt in den Flow und paddelt vor sich hin. Aber man spürt es dann doch schnell in den Armen und im Oberkörper. Wir steuern ein gemütliches Plätzchen an: Kaffeezeit im Nieselregen, der uns aber überhaupt nichts ausmacht. Und als Arnd sein riesiges Blech selbstgemachten Apfelkuchen auspackt, ist sowieso alles nur noch gut. Stärkung, die Not tut, denn der Rückweg ist lang und die Arme werden immer schwerer. Egal, schön war’s auf dem Wasser und reingefallen ist auch keiner.

Starboard/Andy Klotz

Starboard/Andy Klotz

Wer mit dem SUP Board einmal länger auf Tour gehen will, hier einige Tipps der Starboard SUP-Profis Arnd, Carsten und Florian:

Planung von SUP-Touren:

  • Länge und Schwierigkeitsgrad der Tour entsprechend den eigenen Fähigkeiten planen
  • Zur Orientierung: Karten, GPS, Infos auf Kanuseiten
  • Ein-/Ausstiege checken
  • Gefahrenstellen wie Strömungen, Wehre etc.
  • Wetter/Winde/Wasserstand
  • Bei Übernachtung: vorher Schlafplätze checken
  • Treffpunkte für unterwegs vereinbaren

Sicherheitsausrüstung:

Rettungsweste, Signalpfeife, wasserfestes Pflaster bzw. 1. Hilfecase, Handy mit Seenotrufnummern und Wetterapps, Wurfsack, (Fangleine, Signalraketen, Positionslicht, wasserfeste Stirnlampe, Reservepaddel,)

Bekleidung u.a.:

Badesachen, Handtuch, Funktionsunterwäsche (je nach Temperatur), wasserfeste Schuhe und Socken, ggfs. Handschuhe und Mütze. Funktionale SUP Bekleidung wie beispielsweise Starboard Allstar SUP Suit oder Element Dry Suit. Wechselkleidung in wasserfester Tasche mitnehmen. Sonnenschutz!

SUP Boards:

Auf Seen, an der Meeresküste und langsam fließenden, tiefen Flüssen: Touring Boards mit ausreichen Volumen und Ladefläche, die je nach Anspruch eine gute Richtungsstabilität bieten oder wendiger sind (eher Allround). Eine lange Finne oder 3-Finnensystem. Harte oder aufgeblasene Konstruktion (z.B. Starboard Touring oder Blend Inflatable oder Starboard Elite Touring)

Auf Fließgewässern bis Wildwasserstufe IV: Stabile, wendige Allrounder oder spezielle Wildwassermodelle mit Gepäckgummis und mehreren kleinen Finnen. Z.B. Starboard Atlas oder Blend Inflatable (Allround) oder die 3 Boards der Inflatable Stream Linie (Wildwasser)

Nahrung

Viele Stunden auf dem Wasser zehren unglaublich aus. Deshalb viel trinken, z.B. Wasser mit Nährstoffen. Oder auch ein Wasser und eine Schorle. Regelmäßig kleine Portionen essen (Müsliriegel, Trockenfrüchte) Nicht zu viel Zucker zu sich nehmen. Mineralstoffhaushalt vorab: Magnesium und Calcium zu sich nehmen.

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www.petra-rapp.blogspot.com

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