Schotterfelder des Egersgrinn

Tourentipp: Pyramidenspitze (1997m)

DSC05261Wer eine schöne, im unteren Anstieg zum Großteil schattige (wenn man nicht zu allzu spät aufbricht) und wenig begangene Tour sucht: Der Weg hinauf von Durchholzen über das Winkelkar zur Pyramidenspitze (1997m), nach der Vorderen Kesselschneid (2002m) zweithöchster Gipfel im Zahmen Kaiser (Tirol), ist landschaftlich auch nach mehreren Begehungen immer wieder beeindruckend.

Wild, ungezähmt und sehr abwechslungsreich präsentieren sich die Hänge hinauf bis zum Kar, wo kleinere, seilversicherte Klettersteigpassagen hinaufführen in Richtung Gipfel. Konzentration, Trittsicherheit und ein bisschen Schwindelfreiheit ist schon angesagt. Für Ungeübte ist der Weg nichts.

DSC05263Der Weg hinauf vom Parkplatz zur Winkelalm (1192m) ist stellenweise frühmorgens noch ziemlich aufgeweicht. Am Wegrand ein Bergmolchpaar, das sich gefunden hat und sich nicht stören lässt. Schönes Warmgehen, begleitet von ein paar Begegnungen mit Gemsen, bevor der Weg nach der Gabelung, wo es links Richtung Tiroler Heuberg und rechts zur Pyramidenspitze geht, steiler und anspruchsvoller wird.

Im Winkelkar beginnt auf rund 1600 Metern ein gut gesicherter, abwechslungsreicher Steig durch das Schrofengelände hinauf zum Sattel zwischen Jofenspitze und Pyramidenspitze. Der Weg zum Gipfel führt westlich weiter über gesicherte Passagen und einen mit Eisenklammern gefestigten Steig. Ein bisschen Kraxelei, aber auch für Klettersteigeinsteiger sehr gut zu meistern.

Touren2Oben am breiten Gipfelplateau wartet ein gigantischer Ausblick auf den Zahmen Kaiser, die ungewöhnliche Felsszenarien des Wilden Kaisers im Süden, den schönen Talkessel, das Inntal im Norden und auf den Walchsee im Nordwesten. Das bereits in den letzten Jahren ziemlich lädierte Gipfelkreuz oben ist inzwischen ganz auseinander gebrochen. Der obere Teil des Kreuzes liegt etwas verloren in einer Felsmulde am Gipfel. Übrigens: Genügend Brotzeit und Getränke sollte man unbedingt dabei haben, denn eine bewirtschaftete Hütte ist hier unterwegs nirgends zu finden.

Für den Abstieg hinunter gibt es mehrer Varianten: Wer es kurz will, steigt wieder durch das Winkelkar hinab. Wer Abwechslung braucht, kann die weiter westlich liegende, anspruchsvollere Variante durch das Egersgrinn für den Abstieg hinunter nach Durchholzen wählen.
Collage Pyramidenspitze
Die Rinne ist bis weit in das Frühjahr hinein beliebtes, aber anspruchsvolles Ziel ambitionierter Skitourengeher. In der schneefreien Zeit ist sie geprägt von steilen Schotterfeldern (Vorsicht vor Steinschlag), in denen man in kurzer Zeit mit der richtigen Lauftechnik, die in Sachen Körperhaltung ein bisschen ans Skifahren erinnert, richtig viele Höhenmeter bergab machen kann. Es folgt ein langer, anscheinend wenig begangener, weil ziemlich zugewachsener Steig durch den Wald und ein sich endlos ziehender Feldweg hinunter ins Tal. Nach am Ende doch insgesamt etwas über 1600 Höhenmetern rauf und wieder runter und einer Wegstrecke von 13 Kilometern reicht’s dann auch. Wer sich erfrischen will: Ein kurzes Kneippen im eisigen Bach am Parkplatz kostet zwar richtig Überwindung, aber macht müde Bergsteigerbeine wieder munter.

Detaillierte Tourdaten: Link
Weiterführende Infos: www.zahmerkaiser.comwww.kaiserwinkl.com

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