Ausgezeichnete Bergfilme in Tegernsee

bergfilmfestival-2Sie sind geklettert, gefahren, geflogen und balanciert. Sie haben in den Bergen dieser Welt ihr Leben riskiert, große Gefühle gezeigt und sich sogar getraut, auch mal mit Erfolg zu scheitern: Am vergangenen Sonntag ist das 14. Bergfilm-Festival in Tegernsee zu Ende gegangen Dort war vom 19. Oktober bis 23. Oktober großes, mitreißendes Kino mit großartigen Siegerfilmen aus aller Welt geboten.

175 Bergfilmproduktionen aus 32 Ländern hatten sich beworben, 86 Filme waren im diesjährigen Programm zu sehen. Packend, authentisch, hautnah und echt: Das sind die „Zutaten“ der Filme, die in Tegernsee Publikum und Jury begeisterten. Da war es fast schon schade, dass wie immer nur sechs Preise vergeben wurden.

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v.l.n.r.: J. Hagn, H. Geißler, die Sieger F. Santini und D. Nardi sowie Filmfest-Leiter M. Pause

Wenn der italienische Extrembergsteiger Daniele Nardi im Winter am Nanga Parbat erfolgreich scheitert (Verso l’ignoto, Großer Preis der Stadt Tegernsee), wenn die Kinder der am K2 verunglückten Mütter und Väter offen schildern, was die Leidenschaft ihrer Eltern und ihr Tod am Berg für sie bedeutet hat (K2 – Touching the Sky, Preis des Deutschen Alpenvereins für den besten Alpinfilm), wenn ein junges Mädchen in Nepal es nicht schafft, in der Einsamkeit der Großstadt weiterzuleben („Drawing the Tiger“, Bester Film Kategorie Lebensraum Berg) oder wenn differenziert das Für und Wieder der Erschließung eines riesigen Skigebiets in British Columbia beleuchtet wird („Jumbo Wild, Bester Film Kategorie Naturraum). „Du tauchst ein und kommst den Menschen und der Natur ganz nah“, fasste ein Zuschauer das „Gefühl Bergkino“ zusammen.

Der Blick in die Kinosäle zeigte auch, dass bei überraschend vielen guten Filmen der Fokus weniger darauf gerichtet ist, ob man das Ziel erreicht hat, sondern vielmehr darauf, wie die Protagonisten mit der niemals kalkulierbaren Herausforderung Berg umgehen, ob man ihr gewachsen ist und auch den Mut aufbringt, im richtigen Moment umzukehren.

International angekommen

„Es war Spitzenklasse und besonders gefreut hat mich, dass wir uns international weiter etabliert haben“, so lautet das Fazit des Tegernseer Bürgermeisters Johannes Hagn. „Mit Filmen aus 32 Ländern gehören wir inzwischen zu den interessantesten und bekanntesten Bergfilm-Festivals weltweit.“ Dies bestätigen weitere Details rund ums Festival: Die Jurymitglieder kamen aus fünf Ländern, eine Jurorin sogar aus Neuseeland. Auch der Blick auf die Liste der Preisträger führt einmal um die Welt, mit Stationen in der Schweiz, in Italien, Frankreich, den USA, Nepal und Polen. Beim Publikum wird natürlich vorwiegend Bayerisch gesprochen, doch auch hier reisen die Gäste von immer weiter her an.

Dem Ziel, sich langfristig als Europas qualitativ bestes Bergfilm-Festival zu etablieren – und trotzdem den besonderen, familiären Charme zu wahren – ist das Team um Johannes Hagn und Festival-Direktor Michael Pause damit wieder ein gutes Stück näher gekommen. Damit hat man sich auch eine hervorragende Basis geschaffen für die nächste Veranstaltung 2017, wo auch wieder richtig gefeiert werden soll: Schließlich feiert das Bergfilm-Festival dann schon seinen 15. Geburtstag!

Die Preisträger 2016
  • Großer Preis der Stadt Tegernsee (€ 3.000,-):
    „Verso l’ignoto (Ins Unbekannte)“ von Federico Santini (Italien)
  • Preis des Deutschen Alpenvereins für den besten Alpinfilm der Kategorie „Erlebnisraum Berg“ (€ 1.000,-):
    „K2 – Touching the Sky“ von Eliza Kubarska (Polen)
  • Bester Film in der Kategorie „Lebensraum Berg“ (€ 1.000,-):
    „Drawing the Tiger“ von Amy Benson, Scott Squire (USA/Nepal)
  • Bester Film in der Kategorie „Naturraum Berg“ (€ 1.000,-):
    „Jumbo Wild“ von Nick Waggoner (USA)
  • Otto-Guggenbichler-Nachwuchspreis (€ 1.000,-):
    „Simply the Worst“ von Franz Müller, Johannes Kürschner (Deutschland)
  • Sonderpreis der Jury (undotiert): „Metronomic“ von Vladimir Cellier (Frankreich)
  • Lobende Erwähnung der Jury (undotiert):
    „In Between“ von Rolf Steinmann (Deutschland); „Afghan Winter“ von Fulvio Mariani, Mario Casella (Schweiz)
  • Publikumspreis (€ 1.000,-):
    „Anna und die wilden Tiere – Wo pfeift das Murmeltier?“ von Christiane Streckfuß (Deutschland)

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