DAV Expedkader, (c)Dörte Pietron

DAV Exped-Kader der Damen im Alpinen Museum

DAV Expedkader, (c)Dörte Pietron

DAV Expedkader, (c)Dörte Pietron

Der DAV fördert seit 1999 in einem innovativen Programm junge Alpinisten mit dem Ziel, deutsche Bergsteiger auch in Zukunft an das internationale Spitzenniveau im Expeditionsbergsteigen heranzuführen. Die besten deutschen Nachwuschstalente bekommen die Chance, bei etablierten Bergsteigern noch etwas zu lernen und sich so auf große bergsportliche Herausforderungen in den Gebirgen der Welt vorzubereiten. Weil es immer mehr Frauen gibt, die bergsteigerisch und klettertechnisch auf hohem Niveau unterwegs sind, wurde 2012 das DAV-Erfolgskonzept „ExpedKader“ vor einigen Jahren um ein Frauenteam erweitert (siehe „Starke Frauen, große Ziele“).

Zum DAV Expeditionsteam gehören aktuell die sechs Spitzenbergsteigerinnen Esther Baum, Franzi Wiele, Maria Pilarski, Susi Süßmeier, Vroni Krieger und Marie Hofmann. Die sportlichen Damen werden am Freitag, 4. November 2016, um 19.30 Uhr im Alpinen Museum in München von ihren erfolgreichen Expedition im Pamir und der gemeinsamen Ausbildungszeit berichten. Vier Gipfel, allesamt über 5.000 Meter hoch, konnten die Damen dort ebenso verbuchen wie einige Erstbesteigungen. Aber sie berichten im Alpinen Museum auch von nicht-alpinen Grenzerfahrungen, wie dem vorwiegend aus Öl, Butter oder Margarine bestehenden Essen im Basislager oder Kopfschmerzen wegen Lachanfällen während der Akklimatisationsphase.

Dörte Pietron, Foto Scarpa

Dörte Pietron, (c)Scarpa

Cheftrainerin Dörte Pietron zieht hier schon einmal Resüme: „Der Damen Expeditionskader ist zurück von einer erfolgreichen Expedition im Pamir, Tadschikistan, Land des ewigen Sonnenscheins. Sämtliche Ziele wurden erreicht: alle sind heil zurück gekommen, Freundschaften wurden nicht ruiniert und wir konnten ein paar richtig gute Erstbesteigungen machen, sowohl im Fels wie auch im Eis. Natürlich gab es auch die ein oder andere Enttäuschung; natürlich war es manchmal anstrengend, atemlos und voll beladen, im Schneckentempo, die endlosen Moränen hinauf- und hinab zu steigen. Das Basislager Essen vorwiegend bestehend aus Öl, Butter oder Margarine mit abwechselnd halb garen Linsen, Buchweizen oder Reis brachte unsere Mägen mehrfach an und über die Grenze. Aber, fast alles wurde mit Humor genommen und in der Akklimatisationsphase litten wir wegen Lachanfällen regelmäßig unter Kopfschmerzen. Noch dazu hatten wir keinen einzigen Schlechtwettertag.

Die Ausbeute der Exped-Damen:

1. Gipfel ca. 5100m: Besteigung zunächst über den Weg des geringsten Widerstandes. Viel Block- und leichtes Klettergelände, 2SL 4+. Anschließend kletterten wir eine offensichtliches Risssystem, das wir bereits von weitem als “King line” identifiziert hatten, ca. 250m Wandhöhe 6c/A0.

2. Gipfel ca. 5430m: Sehr schöner, prominenter Berg, als erstes sichtbar wenn man das Tal hinaufläuft. Wandhöhe ca. 400m, steiles Eis bis ca. 80˚.

3. Gipfel ca. 5500m: Am weitesten entfernter und höchster Berg in unserem Tal. Lange anstrengende Gletscherwanderung mit einem kurzen, steilen Gipfelaufschwung über eine Eisflanke und einer ausgesetzten Querung zum formschönen Gipfel.

4. Gipfel ca. 5250m: Aufgrund seines Erscheinungsbildes mit zahlreichen Felsgraten und Rinnen von uns der “Drachen” getauft. Ein steiler Eisrücken führt zum Gipfelgrat und dieser über Eisfelder und Blockkletterei zum Gipfel.“

Wer Details hören will: Freitag, 4. November 2016, 19.30 Uhr im Alpinen Museum in München. Eintritt frei. Anmeldung empfohlen unter alpines.museum@alpenverein.de

Written by

www.petra-rapp.blogspot.com

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.