Ein Schweizer Ski Patroller erzählt

Silvan Büchel, (c) Petra Rapp

Silvan Büchel, (c) Petra Rapp

Gestern startete die #feelalive-Kampagne des norwegischen Sportswear-Herstellers Helly Hansen. Der Schweizer Silvan Büchel (33) ist einer der „Helly Hansen Professionals“, der tagtäglich draußen in den Bergen im Schnee unterwegs ist. Er arbeitet seit seinem 20. Lebensjahr als Ski Patroller im Skigebiet Arosa Lenzerheide, eines von 200 weltweit, dessen Mitarbeiter von Helly Hansen ausgestattet werden. Unsere Redaktion hat sich mit Silvan unterhalten.

Wie viele Ski Patroller sind in Ihrem Skigebiet im Einsatz?

Silvan: Insgesamt sind 31 Patrouilleure in Arosa-Lenzerheide beschäftigt. Täglich sind 23 von ihnen im Einsatz.

Was genau ist die Aufgabe eines Ski Patrollers?

Silvan: Zu unseren Aufgaben gehört es, die Pisten für die Gäste so bereitzustellen, dass sie den Wintersport „sicher und unfallfrei“ genießen können. Dafür stellen und kontrollieren wir die Pistenmarkierungen und Absperrungen. Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist es, die Pisten vor Gefahren zu sichern. Hierzu zählt zum Beispiel das Sprengen von Lawinen. Natürlich kontrollieren wir die Pisten am Abend und sind außerdem auch der Rettungsdienst für verunfallte Wintersportler oder Fußgänger im Skigebiet.

Welche Voraussetzungen muss jemand mitbringen, der Ski Patroller werden möchte?

Silvan: Man muss auf jeden Fall ein sehr guter Skifahrer sein und sollte außerdem große Freude an Schnee und Winter haben. Zudem sollte man medizinische Erfahrungen mitbringen, denn Notfälle gibt es immer wieder. Daher sind die Grundkenntnisse eines Samariters Voraussetzung für den Job. Besonders für das Lawinensprengen muss man viel Erfahrung und einwandfreie Kenntnisse mitbringen.

Wie sieht der typische Tagesablauf eines Ski Patrollers aus?

(c) Helly Hansen

(c) Rico Kümin

Silvan: Vor der ersten Bahn kontrollieren wir die Pisten und präparieren sie für die Wintersportler. Tagsüber machen wir Kontrollfahrten und halten uns für eventuelle Notfälle bereit. Am Tagesende führen wir Schlusskontrollen durch, sodass die Pistenmaschinen mit ihrer Arbeit beginnen können.

… und ein untypischer?

Silvan: Wenn zum Beispiel während des Abendessens ein Notruf eingeht und wir einen abgängigen Skitourengeher suchen müssen.

Was macht besonders Spaß an diesem Job und was ist besonders anstrengend?

Silvan: Es ist etwas Besonderes – dieses Gefühl, morgens als Erster auf der Piste zu sein und die Natur zu erleben, solange sie noch unberührt ist. In diesen Momenten bin ich ganz im Einklang mit ihr. Auch das Gefühl der Dankbarkeit, dass wir von Hilfsbedürftigen und ihren Angehörigen bekommen, ist etwas, was mir einfach ein gutes Gefühl gibt. Tage, an denen es besonders viel Schneefall und Wind gibt, sind sehr herausfordernd. Dadurch versinken zum Beispiel alle Markierungen im hohen Schnee und die Sichtbarkeit ist schlecht.

Welchen Gefahren setzen Sie sich als Ski Patroller jeden Tag aus?

Silvan: Ich verrichte meine Arbeit im Hochgebirge, dadurch setze ich mich vielen Gefahren aus. Besonders hier können plötzliche Wetterumstürze, Lawinen oder Bergungen lebensbedrohlich werden.

Wie können Sie auch abseits der Pisten für die Sicherheit der Freerider sorgen?

Silvan: Wir weisen Freerider immer auf die aktuelle Lawinensituation hin und sind auch oft im Gespräch bezüglich möglicher Gefahrensituationen. Außerdem sind an den Einstiegspunkten kostenlose Lawinenverschütteten-Suchgeräte Check Points eingerichtet, die den Freeridern zur Verfügung stehen.

Was sind Ihre wichtigsten Sicherheitstipps – auf und neben der Piste?

Silvan: Auf der Piste ist es besonders wichtig, die Geschwindigkeit dem eigenen Können anzupassen und vor allem auch die anderen Wintersportler zu respektieren. Neben der Piste sollte man anderen Freeridern nie blind vertrauen und gut vorbereitet sein. Dazu zählen eine realistische Selbsteinschätzung, sichere Ausrüstung und Wissen über mögliche Gefahrensituationen.

Jeder von uns hat unterschiedliche Situationen und Erlebnisse, die einen das Leben intensiv spüren lassen. Welchen ganz besonderen Moment haben Sie als Ski Patroller erlebt?

silvan-buechel-2

(c) Rico Kümin

Silvan: Es ist eine ganz besondere Stimmung, ein einzigartiges Gefühl, wenn ich mich in der Morgendämmerung aufmache und die ersten Sonnenstrahlen über den Gipfeln erwische. Dann nehme ich mir die Zeit und genieße diese Atmosphäre, solange es geht.

Erleben Sie durch Ihre Arbeit in den Bergen viele besondere Momente?

Silvan: Die habe ich alleine schon, weil ich die Berge und den Winter so gerne mag. Ich bin meist als Erster und als Letzter des Tages am Berg, ich kann Skidoo fahren und bin fähig, Lawinen zu sprengen oder ich kann im reinen, unberührten Tiefschnee sein – das sind meine „feel alive“ Momente.

Wie viele Tage im Jahr verbringen Sie im Schnee?

Silvan: Ich bin ab Mitte Oktober bis Anfang Mai vom Aufstehen bis zum Einschlafen im Schnee unterwegs – das sind sieben Monate im Jahr.

In ihrem Job sind Sie die meiste Zeit über Draußen – ob es stürmt oder schneit. Auf was kommt es da bei Ihrer Bekleidung besonders an?

Silvan: Bei meinen täglichen Aufgaben kommt es vor allem darauf an, dass die Bekleidung robust ist. Natürlich sollte sie auch atmungsaktiv, winddicht und wetterfest sein. Oben in den Bergen sind diese Funktionen unabdingbar.

Wie hat sich die Bekleidung in den letzten Jahren verändert?

Silvan: Eine wesentliche Veränderung ist das Layering-System. Früher waren Wärme und Wetterschutz in ein und derselben Jacke verarbeitet, inzwischen hat sich da viel getan und ich bin froh darum.

Was mögen Sie besonders an Helly Hansen?

Silvan: Die Produkte von Helly Hansen sind unglaublich robust. Meine alte Jacke habe ich durchgehend über drei Winter am Stück getragen und sie erfüllte auch nach dieser Zeit noch alle Anforderungen. Eine sachgemäße Pflege und Reinigung verlängert natürlich die Lebensdauer.

Written by

www.petra-rapp.blogspot.com

You may also like...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.