Fjällraven startet Projekt „Schwedische Wolle“

fjaellraven-1 Nachhaltigkeit wird bei der schwedischen Outdoor-Marke Fjällräven sehr ernst genommen. Die Schweden gehen dabei einen konsequenten Weg – The Fjällraven Way – und zeigen viel Engagement für Natur- und Umweltschutz sowie ein großes Herz für Tiere: Mit dem Daunenversprechen hat Fjällräven vor ein paar Jahren bereits ein beispiellos transparentes Produktionsverfahren für Daunen vorgestellt, das von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ in ihrer „Cruelty Free Down Challenge“ als bester und transparentester Daunenproduktionsprozess der Branche ausgelobt wurde. Jetzt arbeitet Fjällräven daran, eine vollständig rückverfolgbare und transparente Produktionskette für Wolle zu schaffen und gleichzeitig die schwedische Wollindustrie wieder aufleben lassen.

(c)Fjällräven

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Wolle – die Funktionsfaser der Natur

Wolle ist eine außerordentlich vielseitige Faser, die seit Tausenden von Jahren Menschen warm hält. Sie ist haltbar und dehnbar, angenehm zum Tragen und für kaltes sowie warmes Klima gleichermaßen geeignet. Sie absorbiert Feuchtigkeit und transportiert sie vom Körper weg. Sie wärmt auch noch im feuchten Zustand, wirkt auf natürliche Weise temperaturregulierend, ist von Natur aus schmutzabweisend und beugt Geruchsbildung vor. Wolle ist aber auch ein Material tierischen Ursprungs und verdient daher besondere Aufmerksamkeit im Hinblick auf seine Herkunft und das Wohlergehen der Schafe – den Produzenten dieses fantastischen Rohstoffs. Fjällräven bezieht seine Wolle daher ausschließlich von Zulieferern, die bescheinigen können, dass ihre Ware ohne Mulesing* gewonnen wurde.

(c) Fjällräven

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Im Herbst 2015 kaufte Fjällräven zusammen mit dem ganzheitlich geführten Bauernhof Brattlandsgården in Zentralschweden seine ersten eigenen Schafe und hob damit das Best-Practice-Projekt „Schwedische Wolle“ aus der Taufe. “Wenn man heute als Unternehmen Wolle kauft, dann geschieht dies meist über einen Garnhersteller oder gar eine Weberei, die dann im Kontakt mit einem Garnhersteller steht, der wiederum von einer Spinnerei beliefert wird und so weiter. Für uns ist es entsprechend eine große Herausforderung in diesem Konstrukt Wolle direkt vom produzierenden Bauernhof zu beziehen und bis ins Detail rückzuverfolgen. Wir wollten außerdem herausfinden ob es möglich ist eine eigene Produktions- und Lieferkette aufzubauen, die vollständig in Schweden ist. Das ist gar nicht so einfach, wenn ein gesamter Industriezweig schon seit langer Zeit in andere Länder ausgelagert wurde,“ sagt Fjällravens Nachhaltigkeits-Managerin Christiane Dolva.

Schwedische Schafe werden heute hauptsächlich zur Fleischproduktion aufgezogen. Der Großteil der dabei anfallenden Wolle wird als ungenutztes Nebenprodukt weggeschmissen. Fjällräven will auf diese Verschwendung aufmerksam machen und plant, die in dem Projekt gewonnenen Einblicken und Erfahrungen in seine internationalen Produktions- und Lieferkette für Wolle einfließen zu lassen, um Qualität und Transparenz noch weiter zu optimieren. Man arbeitet zudem an Partnerschaften mit schwedischen Woll-Wäschereien, Spinnereien und Webereien, um 100% in Schweden hergestellte Produkte anbieten zu können. Das Ziel für die Zukunft ist es, das Projekt in seinem Maßstab zu vergrößern, die Produktion auszuweiten und dabei weiterhin eine vollständige Rückverfolgbarkeit der Wolle zu garantieren – so wie beim Daunenversprechen.

* Mulesing ist ein chirurgischer und schmerzhafter Eingriff an Merinoschafen, der vornehmlich in Australien vorgenommen wird, und vor einem Befall mit Fliegenmaden schützen soll.

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www.petra-rapp.blogspot.com

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